Wiederaufbau

Nach dem Krieg kam es nur allmählich wieder zur Neuorganisation der Feuerwehren. Die amerikanische Militärregierung verfügte eine allgemeine Entnazifizierung und Entmilitarisierung. Parteimitglieder wurden vom Dienst ausgeschlossen, das Tragen von Uniformen und Helmen war nicht mehr gestattet. Erst allmählich zeigte sich die Besatzungsmacht einsichtig und erlaubte das Tragen der Uniform mit der roten Aufschrift „Fire Department“. Bei der Firma Gruber in Landsham wurden am 10. März 1945 35 Feuerwehrhelme mit einem Kostenaufwand von 35 Mark umgespritzt. Wiederum war es ein Vitzthum, diesmal Xaver Vitzthum, der beauftragt wurde, die Feuerwehr neu zu organisieren. Es gelang ihm, mit der nachwachsenden Jugend und den Kriegsheimkehrern wieder eine funktionierende Wehr aufzubauen. Der Modernisierung der Uniform fielen Messingknöpfe und -helme zum Opfer, stattdessen wurde der Stahlhelm Vorschrift. Mit der Inbetriebnahme der Motorspritze wurde die handbetriebene Saug- und Druckspritze überflüssig. Aus den Messingteilen der alten, ausgeschlachteten Gespannspritze wurde in den Jahren 1945/46 die erste Glocke des Kirchheimer Kirchturms gegossen. Ihre Vorgängerinnen waren zu Kriegszwecken eingeschmolzen worden. Im Jahre 1950 übernahm Johann Hiltmair das Kommando der Kirchheimer Feuerwehr. Er war auch das erste Feuerwehrmitglied dieser Wehr, dem überregionale Ehren zuteil wurden. Am 12. Juli 1960 wurde er von Kreisbrandinspektor Scherzl jun. zum Kreisbrandmeister (KBM) berufen. Zunächst musste jedoch viel Idealismus, Verantwortungsgefühl und Opferbereitschaft aufgebracht werden, um die immer noch bestehenden Kriegsfolgen zu beseitigen. Einige verheerende Großfeuer anfangs der fünfziger Jahre in Kirchheim und Heimstetten verdeutlichten, dass die Maßnahmen des vorbeugenden Brandschutzes alleine nicht ausreichend sind. Eine wirksame Brandbekämpfung ist nach wie vor erforderlich. Gerade der schlechte Zustand des Feuerwehrgerätehauses wurde damals von der Kreisbrandinspektion laufend beanstandet. Der Gemeinde beschloss deshalb 1956 unter Bürgermeister Georg Huber ein neues Gerätehaus zu bauen. Das alte wurde 1957 abgerissen und die Motorspritze vorübergehend im Zwicknagl-Anwesen untergebracht. Mit dem Neubau wurde unverzüglich begonnen. Dank der Mithilfe der Feuerwehrmänner und opferbereiter Gemeindebürger konnte das Gebäude zügig und kostengünstig (Bausumme ca. 60.000 DM) erstellt werden. Trotz des strengen Winters des Jahres 1957, der die Bauarbeiten etwas verzögerte, konnte das neue Gerätehaus bereits am 1. Juni 1958 durch Herrn Pfarrer Erwin Bartl eingeweiht werden. Anwesend waren u.a. auch der damalige Landrat Dr. Hecker und KBI Scherzl. 23 Wehren und 6 Vereine gaben den Kirchheimern die Ehre, die Einweihungsfeier zu umrahmen.

Festgottesdienst_75Jahrfeier

Feuerwehrhaus_1958


Inspektionsuebung_1958Anlässlich dieses Festes, das gleichzeitig mit dem 80jährigen Gründungsfest verbunden wurde, konnte auch der Kreisfeuerwehrtag in Kirchheim begangen werden. Nachmittags um 13.30 Uhr fand im damaligen Schulgarten, jetzt Garten des Kindergartens St. Andreas, eine Inspektionsübung statt. Ganz Kirchheim war an diesem Tag in Feierstimmung. In den Annalen steht vermerkt: „Alles verlief programmgemäß, besser als erwartet. Alle waren zufrieden und so war die viele Mühe und Arbeit aller Kameraden nicht umsonst. Der Wettergott war sehr gnädig, obwohl vorher viel Regen.“